09.06.2016
Mitarbeiterbefragungen sind ein bisschen wie Fieber messen


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Auch wenn das Thema Mitarbeiterbefragungen an Bekanntheit gewinnt, ist es keinesfalls jedem geläufig. Beschreibungen wie „ein Werkzeug zur Potenzialsteigerung von Unternehmen“ sind nicht selbsterklärend. Dieser Beitrag liefert einen alternativen Erklärungsversuch …

Mitarbeiterbefragung – wie bitte, was?

Montag Mittag, in einem Lokal irgendwo in Wien. Man isst, trinkt und tauscht sich aus. Dann die typische Frage zu der jeweiligen Arbeitssituation:

„Was macht ihr eigentlich bei teamsight?“

„Wir führen unter anderem Mitarbeiterbefragungen durch, um das Potenzial von Mitarbeitenden und damit das Potenzial von Unternehmen zu steigern.“

„Aha. Hmm, gut … Und was genau heißt das?“

So oder so ähnlich laufen in der Regel Gespräche mit Freunden, Bekannten oder Kunden ab, die sich bisher noch wenig bis gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Und das ist verständlich – was heißt schon „Potenzial von Mitarbeitenden“ genau und wie macht man dieses „Potenzialsteigern“? Es ist erklärungsbedürftig.

Wie Fieber messen

Eine alternative Erklärung, die ich in diesen Situationen gerne verwende, ist folgende: „Mitarbeiterbefragungen sind ein bisschen wie Fieber messen.“

Wenn man sich irgendwie unwohl fühlt oder man irgendwelche Schmerzen hat, die man nicht zuordnen kann, geht man zum Arzt. Der misst die Temperatur, den Blutdruck und befragt den Patienten zur momentanen Situation, der Frequenz des Auftretens oder der Art des Schmerzes. Dieser Prozess nennt sich Diagnostik – er endet, wenn sich die Symptome zu einem Bild verdichten lassen.

Wenn Unternehmen sich irgendwie unwohl fühlen, z.B. die Fluktuation der Mitarbeitenden steigt oder Kundenbeschwerden zunehmen, was passiert dann? Dann geht man ebenfalls auf die Suche nach Gründen für diese Symptome. Eine Möglichkeit ist, sich externe Unterstützung bei dieser Suche zu holen. Dann steht statt der Person, ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Mit Hilfe unterschiedlicher Instrumente, u.a. mit Fragebögen, Interviews oder Workshops versucht man sich ein Bild über das Unternehmen zu machen: Wo Schwierigkeiten liegen, welche Gründe dahinterstecken und wie man sie beheben kann.

Gemeinsam zur Diagnose

Nachdem der Arzt seine Untersuchung durchgeführt hat, stellt er eine Diagnose, z.B. eine Verkühlung, und verschreibt Medikamente und Vitamine. Oder er verweist den Patienten in ein Labor, wenn er mehr Informationen benötigt, um die Symptome einzugrenzen.

Bei diesem Prozess sind die Parallelen zu Mitarbeiterbefragungen ebenfalls vorhanden, aber weniger stark. Auch hier werden die gesammelten Einschätzungen der Mitarbeitenden zu einem Gesamtbild zusammengeführt. Dabei wird darauf geachtet, mit dem Unternehmen in den Dialog zu gehen bzw. im Dialog zu bleiben. Das Gesamtbild und mögliche Lösungen werden gemeinsam erarbeitet, es gibt keine Diagnose von oben herab – zumindest wie wir den Prozess verstehen. Denn aus unserer Erfahrung können mögliche Schritte nur nachhaltig in den Unternehmensalltag integriert werden, wenn man diese gemeinsam diskutiert und anstößt.

Messen allein reicht (meistens) nicht

Durch den Vergleich mit dem medizinischen Kontext wird auch eine weitere Sache klar: nur das Messen bzw. die Diagnose allein reicht im Normalfall nicht. Stellen Sie sich vor, Ihr Hausarzt misst Ihren Blutdruck und Ihre Temperatur, schickt Sie ins Labor für weitere Tests und zu weiteren Fachärzten. Nachdem er sich alle Werte sorgfältig angeschaut hat, sagt er Ihnen, dass Sie eine Magenentzündung haben. Was er Ihnen nicht sagt, ist, wie sich diese behandeln lässt. Da fehlt doch etwas?

In anderen Worten: Nach der Diagnose gibt es einen weiteren Prozess – den Prozess, indem mögliche Schritte für eine Verbesserung der Situation diskutiert und umgesetzt werden. Nicht immer ist dieser langwierig und komplex, manchmal reicht auch einfach Bettruhe, um sich auszukurieren. Denn wie bei einer Vorsorgeuntersuchung, um bei unserem Vergleich zu bleiben, kann es sein, dass das Unternehmen gesund ist und keine Veränderungen notwendig sind.

Fazit

Mitarbeiterbefragungsprojekte sind nicht wie Arztbesuche, keine Sorge, aber durch den Vergleich wird das Thema vielleicht etwas verständlicher. Wenn Sie sich bereits mit Mitarbeiterbefragungen auskennen, hoffe ich, dass Sie zumindest über die eine oder andere Metapher schmunzeln konnten.

Für mehr Informationen oder eine Beratung zum Thema Mitarbeiterbefragungen, kontaktieren Sie uns gerne unter: mitarbeiterbefragung@teamsight.at